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Abschluss des Freiwilligenprogramms der Saison Herbst 2021

Abschluss des Freiwilligenprogramms der Saison Herbst 2021

Das vierte Freiwilligenprogramm des Projekts “Humanitäre Geste” ist zu Ende gegangen. Auch wenn es bereits das vierte Programm war, so umfasste es doch viele gänzlich neue Elemente. Beispielsweise waren die Freiwilligen den Blockadeüberlebenden nicht zu Hause behilflich, sondern in der Akademie für Inspiration und Kreativität. Zudem trafen sie sich genauso häufig mit Wissenschaftler/-innen und Fachleuten, allerdings nicht persönlich, sondern im Online-Format. In unseren bisherigen Blogartikeln haben wir ausführlich über den Ablauf des Programms berichtet: über seinen Start, das erste Modul, den Gedenktag im Haus des Films, das zweite und schließlich auch das dritte Modul. Der heutige Text ist dem Abschluss des Programms gewidmet.

Die letzten beiden Wochen des Programms waren sehr intensiv: Die Freiwilligen waren mit der Arbeit an ihren eigenen kreativen Projekten beschäftigt, in denen sie über die Geschichte der Leningrader Blockade erzählen. Insgesamt sind acht Projekte entstanden, die sich an völlig verschiedene Zielgruppen richten, in ganz unterschiedlichen Formaten erstellt wurden und die verschiedensten Aspekte der Geschichte der Blockade sowie der Erinnerungskultur aufdecken: ein Telegram-Bot, ein Kurzfilm, eine Werbe-Diashow, eine Online-Ausstellung, eine Videoreihe und zwei neue Podcast-Ausgaben. Im Frühjahr 2022 werden die Projekte nach und nach in unserer Online-Bibliothek erscheinen. Die Aufgabe der Freiwilligen bestand nicht nur darin, ihre Arbeiten abzuschließen und die Projekte fertigzustellen: Sie mussten auch noch einen Projekt-Teaser sowie eine Präsentation vorbereiten, um diese beim feierlichen Abschluss des Freiwilligenprogramms vorzustellen.

Die Generalprobe für die Präsentation der Projekte fand am ersten Tag des Dezemberausflugs in die Oblast Leningrad statt. Dieser gab uns die Möglichkeit, für zwei Tage in einem wunderbaren Winterwald in gemütlichen Häuschen zusammenzukommen, um uns auf den Abschluss des Programms vorzubereiten, unsere gemachten Erfahrungen zu reflektieren und einander danke zu sagen. Wir probten, sprachen miteinander, tauschten Weihnachtsgeschenke aus, erinnerten uns an die vergangenen Monate und besprachen unsere Pläne für die Zukunft.

Ausflug in die Oblast Leningrad, Dezember 2021
Ausflug in die Oblast Leningrad, Dezember 2021

Nach diesem angenehmen Wochenende in einem russischen Wintermärchen feierten wir mit den Blockadeüberlebenden in der Akademie für Inspiration und Kreativität Neujahr. Am 13. Dezember fand ein echtes Neujahrskonzert mit Kostümen, Auftritten, Gedichten, Liedern und Wettbewerben statt. Die Freiwilligen halfen bei der Organisation des Fests und bereiteten eine Überraschung für die Blockadeüberlebenden vor: Sie trugen ein Weihnachtslied vor und backten Süßigkeiten zum Verschenken.

Nahezu unbemerkt brach ein besonderer Tag im Freiwilligenprogramm der Saison Herbst 2021 an: der 15. Dezember, der Tag des feierlichen Abschlusses. In einem großen Saal mit Bühne, drei Beamern und mit Mikrofonen (alles ganz ernsthaft!) stellten die Teilnehmenden ihre Projekte vor. Wir danken unseren Gästen Stefano Weinberger, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Sankt Petersburg, und Anastasia Mucha, leitende Spezialistin der Abteilung für die Kontrolle und Koordinierung von Außenhandelsprojekten der Abteilung für außenwirtschaftliche Zusammenarbeit des Komitees für Außenbeziehungen in der Stadtverwaltung von St. Petersburg, für ihre Unterstützung, ihre warmen Worte an uns sowie für ihre aktive Teilnahme an unserem Abschlussabend.

Auf diese Weise ist das vierte Freiwilligenprogramm des Projekts “Humanitäre Geste” zu Ende gegangen. So beschreibt Martin Schnitzer, einer der Absolventen des Programms, seine Emotionen:

“Seit den letzten Tagen des Programmes realisiere ich immer mehr, wie viele Dinge wir zusammen erlebt haben, wie viel Wissen wir auf unterschiedlichen Ebenen erfahren durften und wie uns die Zeit und das Programm doch indirekt und unverbindlich beeinflusst haben. Das führt wieder zurück zum Titel „Humanitäre Geste“, welcher so passend ist.

Das Konzept dieses Programms umfasst eine auserwählte Teilnehmergruppe, das Erlernen von verschiedensten Methodiken, interkulturelle sowie generationsübergreifende Kommunikation. Dies gepaart mit einer sehr guten Planung und motivierenden Umsetzung schafft ein einmaliges Freiwilligenprogramm. Ich würde die Erfahrungen, die ich gemacht habe, jedem in seinem oder ihrem Leben wünschen und sie dazu motivieren, Völkerverständigung und kulturellen Austausch selbst zu erleben und mitzugestalten.

Ich bedanke mich aus vollem Herzen für diese große Möglichkeit, diese tolle Erfahrung zu machen. Ich bin jederzeit dafür bereit, als „Botschafter“, Helfer und Unterstützer tätig zu werden und euch zu unterstützen!”

Unsererseits sind wir bereit, all unsere Freiwilligen zu unterstützen, die wir nun in unserer Alumni-Community begrüßen können. Wir wünschen euch viel Erfolg und würden uns freuen, wenn ihr unsere wichtige Aufgabe – die Bewahrung der Erinnerung an die Leningrader Blockade – und die Stärkung der deutsch-russischen Beziehungen auch in Zukunft weiterführt!

Im Frühjahr 2022 starten wir den Bewerbungsprozess für das nächste Freiwilligenprogramm. Wir lüften ein paar Geheimnisse: Das Programm wird wieder von September bis Dezember stattfinden. Dabei werden wir zwei Teams haben: Eines wird ausschließlich online arbeiten (geeignet für diejenigen, die neben ihrem Freiwilligendienst noch weiter studieren möchten und deshalb nicht nach Sankt Petersburg kommen können), das andere vor Ort in Petersburg (geeignet für diejenigen, die sich kopfüber in die Geschichte und die Arbeit mit Zeitzeugen stürzen möchten). Beide Teams werden einander im Laufe der drei Module unterstützen. Alle Details erfahrt ihr im Frühjahr auf unserer Website oder wie immer bei Instagram!