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Neues Freizeitprojekt für Blockadeüberlebende: Akademie für Inspiration und Kreativität

Neues Freizeitprojekt für Blockadeüberlebende: Akademie für Inspiration und Kreativität

Im Herbst 2020 öffnete die Akademie für Inspiration und Kreativität (AfIK) ihre Türen. Hierbei handelt es sich um ein Projekt des Deutsch-Russischen Begegnungszentrums (drb) im Rahmen der zwischenstaatlichen Initiative “Humanitäre Geste”.

Geplant war die Akademie als Begegnungsstätte für Einwohner des belagerten Leningrad, Arbeiter des Hinterlandes, ehemalige minderjährige Häftlinge von faschistischen Konzentrationslagern und Kinder des Krieges, die durch gemeinsame Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend vereint werden. Häufig kommt es vor, dass die Mitglieder verschiedener Veteranenorganisationen nur innerhalb ihrer Vereine kommunizieren und mit anderen Organisationen nur bei offiziellen Gedenkveranstaltungen in Kontakt treten. Die AfIK hingegen bietet einen “inoffiziellen” und informellen Berührungspunkt.

Zu den Teilnehmenden der AfIK gehören in erster Linie die Mitglieder der Organisation der Waisenhauskinder des belagerten Leningrad sowie der Organisation “Leningrader Verband: Kinder der Blockade 900”. Auch die Mitglieder des Klub Raduschije für russlanddeutsche Blockadeüberlebende und Opfer politischer Repressionen sowie Menschen, die vor dem 9. Mai 1945 geboren wurden, nehmen aktiv an der Arbeit der Akademie teil. 

Die AfIK ist ein Freizeitprojekt. Hierbei geht es um vollwertige Kommunikation, harmonische Selbstentfaltung, Stärkung der Gesundheit und die Realisierung kreativer Fähigkeiten. Dafür wurden entsprechend der Interessen Klubs gegründet, die an drei verschiedenen Orten untergebracht sind: in den Räumlichkeiten der Stiftung „Die Wiedergeburt von Sankt Petersburg“ sowie in den Büros zweier Blockadevereine.

Besonders gefragt sind die Klubs, die direkt oder indirekt auf die Erhaltung und Stärkung der Gesundheit ausgerichtet sind: der Gesundheitsklub „Bewegung ist Leben“, der Klub „Tanzfläche“ sowie Unterrichtseinheiten zur Musiktherapie.

Es erwies sich zudem, dass sich auch die Einweisung in die Arbeit mit dem Smartphone besonderer Beliebtheit erfreut. Mit der Unterstützung durch junge Freiwillige erlernten die Teilnehmenden nicht nur die Grundlagen der Smartphone-Nutzung, sondern legten auch ihre eigene WhatsApp-Gruppe an und lernten, sich online für Behördengänge anzumelden oder Eintrittskarten für Museen und Konzerte zu kaufen. Besondere Aufmerksamkeit wird dem sicheren Surfen im Internet gewidmet – schließlich werden gerade ältere Menschen nur allzu oft Opfer von Betrügern.

Viele Teilnehmer/-innen haben auch die Treffen des Geschichtsklubs und des Filmklubs “Illusion”. Die Enthusiast/-innen des Filmklubs “Magie” beschränken sich nicht auf das gemeinsame Anschauen von Filmen, sondern lernen auch selbst Filme zu drehen, indem sie sich mit Filmschaffenden treffen und dabei die grundlegenden Prinzipien von Dreh und Schnittprogrammen erlernen.

Eine besondere Bedeutung kommt dem Klub “Welten” für vitale Bildungsreisen zu. Hierbei geht es nicht nur um Exkursionen zu Fuß oder mit dem Bus, sondern auch um eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zur Stärkung der physischen und psychischen Gesundheit: ein „zweites Atemholen“, neue Horizonte, positive Emotionen, unauslöschliche Eindrücke und angenehme Gespräche mit Altersgenossen.

Die Leiterinnen und Leiter der Klubs bilden ein Team aus qualifizierten Fachkräften in den Bereichen Gesundheitswesen, Kultur und Bildung, die für die Arbeit mit Senior/-innen ausgebildet sind.

Die Klubs der AfIK motivieren ihre Teilnehmer/-innen, sich selbst weiterzuentwickeln und neue Fähigkeiten zu erlernen. Sie bieten ihnen die Möglichkeit, bestimmte Unterrichtseinheiten selbst zu leiten, sich zu entfalten und Erfahrungen auszutauschen. Die intellektuelle und physische Aktivität dient als effektives Mittel im Kampf gegen die Gebrechen des Alters. Das Wichtigste aber ist, dass die Akademie die Möglichkeit bietet, sich in informeller Atmosphäre auszutauschen, neue Bekanntschaften zu schließen, interessante Menschen zu treffen und ständig neue Entdeckungen zu machen.