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Das Museum „Straße des Lebens“

Das Museum „Straße des Lebens“

Der ca. 70 Meter hohe Leuchtturm von Ossinowjez gehört zu den höchsten Leuchttürmen Europas. Deshalb ist dieser Ort sehr beliebt und wird alljährlich von Hunderten Touristen aus allen Ecken der Welt besucht. Für die Petersburger (und die Leningrader) ist er zudem ein wichtiger Gedenkort, denn während der Blockade diente der Leuchtturm als Orientierungspunkt auf der Eis-Trasse über den Ladogasee, der sogenannten „Straße des Lebens“. Für Besucher ist der Leuchtturm nicht zugänglich, aber nicht weit von ihm befindet sich das Museum „Straße des Lebens“, über das wir heute berichten.

Das Museum ist eine Filiale des Zentralen Marinemuseums „Kaiser Peter der Große“. Eröffnet wurde es im September 1972 in einem ehemaligen Bäckereigebäude.
An der Gestaltung der Ausstellung waren sowohl Mitarbeiter des Zentralen Marinemuseums als auch Veteranen der Armee und der Flotte beteiligt.
Unter den Ausstellungsstücken waren nicht nur Gegenstände aus der Kollektion des Zentralen Marinemuseums, sondern auch Archivmaterialien aus persönlichen Sammlungen. Einen großen Beitrag zur Einrichtung der Ausstellung leisteten Suchtrupps, die zum Teil auch unter Wasser arbeiteten.
Zum 9. Mai 2015 wurde das Museum umfassend renoviert: Die Ausstellung unter freiem Himmel wurde erweitert, die Uferpromenade in Ordnung gebracht und zudem ein neues überdachtes Gebäude für die Lagerung großer Exponate errichtet.

Worüber berichtet die heutige Dauerausstellung? Was kann man im Museum entdecken? Alles beginnt mit dem Ladogasee, dem größten See Europas. Darauf folgt ein Bericht über den Beginn des Großen Vaterländischen Krieges sowie die Einrichtung und den Betrieb der Eisstraße. Einzelne Teile der Ausstellung widmen sich der Verteidigung der Straße des Lebens, der Schifffahrt auf dem Ladogasee, dem Durchbruch der Blockade und schließlich dem Ende des Krieges. Zudem können sich die Besucher gesondert mit der Geschichte vertraut machen, wie Funker der Leningrader Front und Seeleute der Ladoga-Kriegsschiffflottille ein Stromkabel über den Grund des Sees verlegten.
Ein Film über diese Meisterleistung ist bereits jetzt auf unserer Bibliotheksseite verfügbar.

Wie bereits erwähnt, lohnt der Besuch im Museum „Straße des Lebens“ nicht nur aufgrund der umfassenden Sammlung in den Innenräumen, sondern auch wegen der einzigartigen Exponate unter freiem Himmel. Hier kann man nicht nur Schiffe der Ladoga-Flottille sehen, sondern auch Ausrüstungsgegenstände der Schiffe sowie Artilleriegeschütze. Im Zentrum der Ausstellung befindet sich ein Flugzeug vom Typ Li-2T. Zu jener Zeit war dies ein neues Flugzeugmodell, das auf Basis der amerikanischen Douglas DC-3 entwickelt wurde. Es wurde für Passagier- und Lastentransporte genutzt.

In einem überdachten Pavillon für sperrige Exponate sind Autos vom Typ GAZ-AA (der berühmte „Anderthalbtonner“) und ZIS-5 zu sehen. Dieses Exemplar des „Anderthalbtonners“ wurde vom Grund des Ladogasees geborgen. Der SIZ-5 fuhr über die Straßen an der Front. Neben den Transportmitteln befinden sich in dem Pavillon eine Feldküche, Nachbildungen von Seeminen, Waffenmodelle und vieles mehr.

Im Obergeschoss des Museumshauptgebäudes widmet sich ein Teil der Ausstellung der Arbeit der Verkehrslotsinnen. In einem unserer Kurzfilme könnt ihr ein Interview mit Vera Iwanowna Rogowa sehen, in dem sie berichtet, worin ihre Arbeit bestand.


Quelle:

Die offizielle Website des Museums „Straße des Lebens“ enthält mehr Informationen zu den Exponaten sowie den einzelnen Ausstellungsteilen.